Als ich letzten Samstag mit Klaus vom Arlberg nach Innsbruck fuhr, schweifte unser Blick auf die Munde, die Abfahrt nach Norden müsste super Verhältnisse haben war die Überlegung. Einen Tag später kam am Abend schon die Nachricht von Klaus, das er heute war – gemeinsam mit 5 anderen. Als Zusatz kam noch das sie das Seil nicht mehr abziehen konnten, und ob ich denn nicht morgen fahren könnte um die beiden (!) Seile mitzunehmen. Auf die schnelle fand ich leider niemand mit Zeit für diese beeindruckende Tour. Erst spät am Abend meldete sich Wolfi noch wegen Skitour, und am nächsten morgen ging es los auf die Munde. Sicherheitshalber hatte wir selber auch noch Seile dabei – denn wer weiß ob uns nicht jemand zuvor kommt. Wir deponierten ein Fahrrad im Gaistal um nach der Tour das Auto vom Parkplatz Rauthhütte zu holen. Um halb 8 gingen wir los – die ersten 1000hm im Nebel. Darüber gab es dafür keine Wolke. Am Gipfel ging leichter kühler Wind, welcher das weich werden der südostseitigen Normalabfahrt verzögerte. Uns war das egal, denn wir starteten in die Nordschlucht. Die Orientierung war aufgrund der Spuren vom Vortag leicht, ist aber auch sonst alles andere als schwierig. Für den ersten Abseiler einfach rechts halten und ein bisschen exponiert zu einem Köpfel vor, von dem aus es genau 30m nach unten geht. Ein einzelnes 60m Seil doppelt geht sich gerade so aus! Hier merkten wir schon, dass das Abziehen des Seils bei dem rauen Fels gar nicht so leicht ist. Über einen lässigen Hang ging es an die Kante zum nächsten Abseiler. Wenn hier etwas schief geht, warten 60m freier Fall. Wir fanden sofort die Seile von Klaus und Martin. Nach kurzer Überlegung ob Ski am Rücken oder unten dran entschieden wir uns für die Rückenvariante, und ich muss sagen, danach war ich froh nur den leichten Ski dabei gehabt zu haben. Bei der frei hängenden Abseilfahrt hieß es schon etwas Körperspannung halten. Es hätte noch einen exponierten Zwischenstand gegeben, mit zwei 60m Halbseilen kommt man aber gleich bis runter. Unten angekommen probierten wir das Seil abzuziehen. Oben noch extra schön gelegt zweifelten wir nicht daran das es kein Problem werden würde… Falsch gedacht – es rührte sich keinen Millimeter. Na toll. Aufgrund des steil abfallenden Hanges war es auch nicht möglich weiter zurück zu gehen zum Ziehen. Wir probierten es also mit seitwärts queren und dann absteigen bis man das Seil gerade noch halten konnte um einen möglichst reibungsarmen Abzugswinkel zu erreichen. Mit ein paar mal Wellen schlagen schafften wir es schließlich das Seil zu lösen, und konnten es abziehen. Mission accomplished. Mit etwas Zusatzgewicht ging es nun problemfrei die restliche Abfahrt runter. Ein schmaler Durchschlupf musste noch überwunden, sowie ein Abbruch links umfahren werden und wir waren beim Bach. Hier wurden die Schuhe noch auf Wasserdichtigkeit geprüft (bestanden) um anschließend 50hm im Sulz bis zum Forstweg aufzusteigen, auf dem wir dann mit angeschnallten Skiern bis zum Fahrrad im Gaistal kamen.