Erster richtiger Badetag heuer, da muss ein Nordgrat her. Ganz früh starten war aus nicht ganz vernachlässigbaren wahltechnischen Gründen auch nicht möglich, also planten wir etwas mit kurzem Zustieg in Südtirol. Der Webcamcheck beim Frühstück machte jedoch gleich mal eine Strich durch die Rechnung – südlich des Hauptkamms hangen schon ein paar Föhnbedingte Wolken. Umplanen war angesagt. Schnell mal im Kopf die Liste der Todo Touren durchgegangen, und schon war da was brauchbares für den heutigen Tag. Die Wahl viel auf den Ostgrat der Serles. Von Maria Waldrast auf die Waldraster Spitze gibt es zwei Wege, einen mit grünen und einen mit roten Punkten. Wir nahmen den rotgepunkteten, welcher sich durch die Nordseite der Serles schlängelt. Hier lag schon noch einiges an Schnee. Zum Glück! Ich glaube sonst ist das ganze eine ziemliche  Schotterkrabbelei. In unserem Fall wars dann ziemlich viel Schneestapferei, aber eigentlich ganz schön. Auch wenns ein Bruchhaufen ist – Serles Nord ist super Gegend. Von der Waldrasterspitze muss man dann zuerst mal zwei Türme auf der Südseite umgehen und dann eine breite Rinne hoch die gegen Ende ordentlich aufsteilt. Hier ist die Schlüsselstelle der Tour. Teilweise senkrechter, ordentlich nasser Schotter im dritten Grad. Wir haben hier gesichert. Danach sollte man sich links halten und dem logischsten Weg,  wieder etwas leichter, bis zum Gipfel folgen. Zwischendrin haben wir sogar ein paar mal festen Fels vorgefunden.

Insgesamt sicher ein vergleichsweise einsamer, alpiner Anstieg auf die Serles. Man sollte kein Problem mit lockerem Gestein haben und immer gut Vorausschauen wo es hin geht. Immer wieder sind Steinmännchen vorhanden. Am besten ist die Tour sicher im Spätwinter wenn der Schnee hartgefroren ist. Auch wenns der OstGRAT ist, bewegt man sich auf der Route eher selten auf einem Grat im eigentlichen Sinn. Das ganze ist eher eine Verbindung aus Querungen, Rinnen und kleineren Aufschwüngen. Eine genaue Routenbeschreibung gibts hier: waldrasterspitze.at